Steffen Bilger, Jochen Lengler bei der Liebenzeller Gemeinschaft in Calmbach

Steffen Bilger zu Gast bei der Liebenzeller Gemeinschaft in Calmbach


Dass sein Kommen für die Liebenzeller Gemeinde in Calmbach eine große Ehre sei, betonte Gemeinschaftspastor Jochen Lengler bei der Begrüßung von Steffen Bilger, Mitglied des Bundestages (CDU). Denn im gut gefüllten Terminkalender des Abgeordneten seien sonst überwiegend Termine in der Bundeshauptstadt Berlin vermerkt. Gut besucht war das Referat von Bilger mit dem Thema „Christ und Politik – passt das zusammen?“. Der 33-jährige Steffen Bilger sagte bei der Vorstellung seiner Person, dass er bereits seit er 28 Jahre alt ist, als Rechtsanwalt tätig sei und mit 30 Jahren Bundestagsabgeordneter wurde. Das politische Interesse wurde bei ihm mit 17 Jahren aufgrund verschiedener Themen, sowie der Politikverdrossenheit geweckt worden. Auf die Frage Lenglers, in welchem Bereich er tätig sei, erfuhr er, dass der Bundestagsabgeordnete im Ausschuss des Verkehrsressorts arbeitet. Auf die Frage seines schönsten Erlebnisses antwortete Bilger, dass dies das erste Betreten des Plenarsaales im Bundestag als Bundestagsabgeordneter, verbunden mit seiner ersten Rede gewesen sei. „Bei der ersten Rede gibt es nämliche keine Zwischenrufe und von allen Parteien nur Applaus“ fügte er an. Für Bilger ist es wichtig, dass sich auch Christen in die Politik einbringen. So erzählte er, dass sein Großvater Prediger bei den „Liebenzellern“ gewesen sei und er selbst in der EC-Jugend mitgearbeitet habe. Über seinen Tagesablauf berichtete der junge Bundestagsabgeordnete gerne. So erfuhren die Zuhörer, dass es viele christliche Kreise im Bundestag gibt. Eine ökumenische Andacht, die mit dem Vater unser beendet wird, werde im Andachtssaal angeboten. Beim ökumenischen Frühstück könne man sich über den christlichen Glauben austauschen. Zudem gebe es weitere evangelische, katholische und auch private Initiativen. Für den Politiker sei Barmherzigkeit üben und vergeben unverzichtbar. Bilger räumte aber auch ein, dass es oft schwierig sei, bestimmte politische Themen in Einklang mit der Bibel zu bringen. Als Beispiel nannte er den Auslandseinsatz der Bundeswehr. Auf Themen wie „Präimplantationsdiagnostik“, Politikverdrossenheit und Christenverfolgung ging Bilger in seinem Referat näher ein. Weiter sagte er, dass er als Christ bei den Bürger-Sprechstunden viel bewegen könne. Die Zuhörer animierte er zum politischen Engagement. Sich einbringen sei wichtig. Seine Meinung könne man zum Beispiel durch Schreiben von Emails oder Briefen an die Politiker mitteilen. Auch die Teilnahme an der Kommunalpolitik, wie Kandidatur bei Gemeinderatswahlen sei eine weitere Möglichkeit. Dem Referat schloss eine Fragestunde an. Hier wurden unter anderem die jüngsten Ereignisse in Bezug auf den Rücktritt des vorigen Bundespräsidenten und „ungeordnete Verhältnisse“ des neu gewählten Bundespräsidenten, sowie die Unterrichtung der Evolutionstheorie an Schulen und der Verdienst eines Bundestagsabgeordneten hinterfragt. Offen stellte sich Steffen Bilger diesen Fragen und beantwortete diese gerne. Näher ging er auf den Fraktionszwang ein und beschrieb dessen Ablauf. „Die höchste Eskalationsstufe ist erreicht, wenn man von der Bundeskanzlerin direkt zu einem Gespräch gerufen wird“ sagte er. Auf die Frage der übrig bleibenden Zeit neben der Politik für ein Privatleben war zu erfahren, dass Bilger etwa ein halbes Jahr (23 Regierungswochen) in Berlin ist, jedoch die Wochenenden immer in seinem Wahlkreis Ludwigsburg verbringt. Die Hochzeit mit seiner Freundin will er angehen, wenn es terminlich möglich ist.